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Bremen Haus kaufen

Wer ein Bremer Haus kaufen möchte, geht Finanzierung, Besichtigung, Notarvertrag und Nebenkosten am besten in dieser Reihenfolge an, um Fehler zu vermeiden.

Julia Hoffmann 5 Min. Lesezeit

Bremen Haus kaufen

Wer ein bremer Haus kaufen will, sollte den Ablauf nicht dem Zufall überlassen: Erst die Finanzierung klären, dann gezielt suchen, anschließend den Kaufvertrag und die Nebenkosten prüfen und zum Schluss Übergabe und Grundbuch sauber abschließen. Wie sich der Bremer Markt insgesamt darstellt, welche Stadtteile sich lohnen und was Häuser dort typischerweise kosten, ordnet der Überblicksartikel zum Thema Hauskauf in Bremen ein – hier geht es ausschließlich um die konkreten Schritte, Kosten und Stolperfallen beim Kauf selbst.

Schritt 1: Finanzierung klären, bevor die Suche beginnt

Bevor Sie überhaupt ein Haus in Bremen kaufen können, muss die Bank oder der Kreditvermittler grünes Licht geben. Ohne eine belastbare Finanzierungsbestätigung nehmen Verkäufer und Makler ein Angebot in der Regel nicht ernst, besonders bei gefragten Objekten mit mehreren Interessenten.

Üblich ist eine Eigenkapitalquote, die neben dem eigentlichen Kaufpreis mindestens die Kaufnebenkosten abdeckt – erfahrungsgemäß ein Richtwert von etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises, wobei Banken je nach Objekt, Lage und Bonität abweichen können. Wer mit weniger Eigenkapital plant, bekommt zwar teils auch eine Finanzierung, zahlt dafür aber meist einen deutlichen Zinsaufschlag.

Typische Fehler in dieser Phase:

  • Zu knapp kalkuliert: Wer nur den Kaufpreis finanziert und die Nebenkosten aus der Substanz zahlen will, gerät oft in Liquiditätsprobleme, sobald Renovierungen anstehen.
  • Keine schriftliche Finanzierungszusage: Eine mündliche Zusage reicht nicht – erst die verbindliche Bestätigung der Bank zählt beim Notartermin.
  • Zinsbindung unterschätzt: Bei älteren Bremer Bestandshäusern mit absehbarem Sanierungsbedarf lohnt es sich, Modernisierungskosten von Anfang an in die Kreditsumme einzuplanen statt später nachzufinanzieren.

Ein unverbindliches Finanzierungsgespräch mit zwei bis drei Anbietern schafft Verhandlungsspielraum und zeigt früh, welches Budget realistisch ist.

Schritt 2: Haus in Bremen finden und vor der Zusage prüfen

Sobald das Budget steht, beginnt die eigentliche Suche. Wer ein Haus zu kaufen in Bremen sucht, sollte sich nicht allein auf Fotos und Exposé verlassen, sondern vor einem verbindlichen Angebot mehrere Unterlagen einsehen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Aktueller Grundbuchauszug: Er zeigt, ob Belastungen wie Grundschulden, Wegerechte oder Nutzungsrechte Dritter bestehen, die den Kauf oder die spätere Nutzung einschränken.
  • Energieausweis: Er gibt Hinweise auf laufende Heizkosten und möglichen Sanierungsbedarf – gerade bei älteren Häusern in gewachsenen Bremer Wohnlagen oft ein relevanter Kostenfaktor.
  • Bauakte und Genehmigungen: Anbauten, ausgebaute Dachgeschosse oder Garagen sollten genehmigt sein; nicht genehmigte Ausbauten können später Rückbauforderungen der Behörde nach sich ziehen.
  • Altlasten- und Baulastenauskunft: Besonders in Bremen mit seiner Industriegeschichte lohnt sich bei manchen Grundstücken ein Blick ins Altlastenkataster, um spätere Überraschungen bei Erdarbeiten zu vermeiden.

Bei der Besichtigung selbst hilft eine ruhige zweite Runde am Tag ohne Makler: Feuchtigkeitsspuren im Keller, Zustand von Dach und Fenstern sowie die Geräuschkulisse zu unterschiedlichen Tageszeiten fallen dann eher auf. Wer unsicher ist, sollte vor der Kaufentscheidung einen Bausachverständigen hinzuziehen – die paar hundert Euro Honorar sind gut angelegt, wenn sie einen versteckten Mangel aufdecken.

Schritt 3: Kaufvertrag, Notartermin und Kaufnebenkosten

Ist die Entscheidung gefallen, erstellt der Notar auf Basis der Verkäuferangaben und meist auf Wunsch des Käufers einen Kaufvertragsentwurf. Üblich und sinnvoll ist eine Prüffrist von rund zehn bis vierzehn Tagen, in der Sie oder ein Anwalt den Entwurf durchgehen, bevor der eigentliche Beurkundungstermin stattfindet.

Wer ein Haus in Bremen kauft, muss neben dem Kaufpreis mit folgenden Nebenkosten rechnen:

  • Grunderwerbsteuer: Sie wird auf den Kaufpreis erhoben; der genaue Prozentsatz wird vom Bundesland festgelegt und kann sich ändern, daher lohnt sich vor dem Notartermin ein kurzer Blick auf den aktuell gültigen Satz für Bremen.
  • Notar- und Grundbuchkosten: Diese liegen erfahrungsgemäß bei etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises und decken Beurkundung, Auflassungsvormerkung und Eintragung ab.
  • Maklerprovision: Sie wird bei privat genutzten Wohnimmobilien in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt; die genaue Höhe und Aufteilung sollte vor der Angebotsabgabe schriftlich fixiert sein, nicht erst am Notartag.

Ein häufiger Fehler ist die sogenannte Reservierungsvereinbarung mit dem Makler, bei der eine Gebühr fällig wird, ohne dass der Kauf am Ende zustande kommt – solche Vereinbarungen sind rechtlich umstritten und sollten vor Unterschrift genau geprüft werden. Ebenso riskant ist es, den Vertragsentwurf erst am Beurkundungstermin selbst zum ersten Mal zu lesen: Notare sind neutral und beraten nicht einseitig zugunsten des Käufers, weshalb eine eigene rechtliche Prüfung sinnvoll ist, besonders bei ungewöhnlichen Klauseln zu Gewährleistungsausschluss oder Übergabeterminen.

Schritt 4: Nach der Unterschrift – Zahlung, Grundbuch und Übergabe

Mit der notariellen Beurkundung ist der Kauf rechtlich bindend, aber noch nicht abgeschlossen. Der Notar veranlasst zunächst die Eintragung einer Auflassungsvormerkung ins Grundbuch – erst wenn diese eingetragen ist und alle im Vertrag genannten Bedingungen erfüllt sind, fordert er die Kaufpreiszahlung an.

Diese Reihenfolge schützt beide Seiten: Der Käufer zahlt nicht, bevor sein Anspruch grundbuchlich gesichert ist, und der Verkäufer erhält die Sicherheit, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt, sobald das Haus formal übergeht. Wer vorschnell zahlt, bevor die Vormerkung bestätigt ist, geht ein unnötiges Risiko ein – etwa falls zwischenzeitlich weitere Belastungen ins Grundbuch eingetragen werden.

Für die eigentliche Übergabe empfiehlt sich ein schriftliches Protokoll mit folgenden Punkten:

  • Zählerstände für Strom, Gas und Wasser zum Übergabezeitpunkt
  • Übergabe aller Schlüssel, inklusive Nebengebäuden und Briefkasten
  • Vorhandene Unterlagen wie Bedienungsanleitungen für Heizung oder Rollläden, Garantien und Wartungsnachweise
  • Festhalten eventueller Mängel, die erst beim Auszug des Vorbesitzers sichtbar werden

Nach der Zahlung veranlasst der Notar die endgültige Eigentumsumschreibung im Grundbuch; dieser Vorgang kann je nach Auslastung des Grundbuchamts einige Wochen dauern. Wer eine Anschlussfinanzierung mit Grundschuld eingetragen hat, sollte zudem kontrollieren, dass die alte Grundschuld des Verkäufers gelöscht beziehungsweise die neue korrekt eingetragen wurde – ein Punkt, der in der Praxis gelegentlich übersehen wird und spätere Bankangelegenheiten verzögern kann.

Fazit

Wer ein Haus in Bremen kaufen möchte, kommt mit einer klaren Reihenfolge deutlich sicherer zum Ziel: erst Finanzierung, dann Unterlagenprüfung, dann Vertrag samt Nebenkosten, zuletzt Grundbuch und Übergabe. Die meisten teuren Fehler entstehen nicht beim Kauf selbst, sondern dadurch, dass ein Schritt übersprungen oder zu spät geprüft wird – etwa der Vertragsentwurf, die Grundbuchbelastungen oder die tatsächliche Höhe der Nebenkosten. Für die rechtliche und steuerliche Einordnung Ihres konkreten Falls sollten Sie sich dennoch von einem Notar, einem Anwalt für Immobilienrecht oder einem erfahrenen Makler vor Ort beraten lassen.

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