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Haus München kaufen

Wer ein Haus in München kaufen will, findet hier Budget, Finanzierung, Suche im Umland und den Notartermin Schritt für Schritt erklärt.

Anneliese Vogt 6 Min. Lesezeit

Haus München kaufen

Wer in München ein Haus kaufen will, braucht vor allem einen belastbaren Finanzierungsrahmen: Die Preise in der Stadt selbst gehören zu den höchsten in Deutschland, und viele Käufer landen am Ende im Umland. Einen Überblick über den Gesamtmarkt liefert der Pillar-Artikel „Immobilien München" – hier geht es konkret um den Ablauf, die Kosten und die typischen Fallstricke, wenn Sie tatsächlich ein Haus erwerben wollen: von der Budgetplanung über die Finanzierungszusage bis zum Notartermin.

Budget und Kaufnebenkosten realistisch kalkulieren

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Innerhalb der Stadtgrenzen sind freistehende Häuser knapp und entsprechend teuer, oft handelt es sich um ältere Objekte oder Grundstücke mit Abrissbestand. Im Umland liegen die Quadratmeterpreise niedriger, dafür kommen Erschließungskosten oder Sanierungsbedarf hinzu, wenn das Haus schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Zu den Kaufnebenkosten, die viele Interessenten unterschätzen, zählen:

  • Grunderwerbsteuer – der Satz wird vom jeweiligen Bundesland festgelegt und sollte vor der Angebotsabgabe aktuell beim Finanzamt oder Notar erfragt werden.
  • Notar- und Grundbuchkosten – üblicherweise ein bis zwei Prozent des Kaufpreises, abhängig vom Beurkundungsaufwand.
  • Maklercourtage – in Bayern ist es üblich, dass Käufer und Verkäufer sich die Provision teilen; die genaue Aufteilung steht im Maklervertrag und sollte vor der Unterschrift geklärt sein.
  • Instandhaltungs- und Sanierungsreserve – gerade bei Häusern im Umland mit älterer Bausubstanz sollte diese Position nicht fehlen.

Ein häufiger Fehler: Käufer kalkulieren ihr Budget ausschließlich anhand des Kaufpreises und stoßen erst beim Notartermin auf die zusätzlichen fünf bis acht Prozent Nebenkosten. Wer ernsthaft ein Haus kaufen möchte, sollte diese Summe von Anfang an fest einplanen und nicht erst am Ende der Suche nachrechnen. Als grobe Orientierung gilt: Ohne mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital – idealerweise inklusive der Nebenkosten – wird die Finanzierungssuche in diesem Preissegment deutlich schwieriger.

Finanzierung sichern: Reihenfolge und typische Fehler

Bevor Sie sich auf konkrete Besichtigungen einlassen, lohnt sich eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung der Bank oder eines Finanzierungsvermittlers. In einem Markt, in dem Angebote schnell mehrere Interessenten anziehen, ist ein belastbarer Finanzierungsnachweis oft der entscheidende Vorteil gegenüber Mitbewerbern ohne geklärte Bonität.

Für die Bonitätsprüfung verlangen Banken üblicherweise:

  1. Aktuelle Gehaltsnachweise beziehungsweise Einkommensteuerbescheide bei Selbstständigen
  2. Eine Schufa- oder vergleichbare Bonitätsauskunft
  3. Nachweis des vorhandenen Eigenkapitals, etwa Kontoauszüge oder Depotübersichten
  4. Angaben zu bestehenden Krediten und laufenden Verpflichtungen
  5. Bei einem konkreten Objekt: Exposé, Grundbuchauszug und gegebenenfalls Energieausweis

Ein verbreiteter Fehler ist es, die Finanzierung nur auf den reinen Kaufpreis auszulegen und die Nebenkosten aus dem Eigenkapital zu bestreiten, ohne einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben zu lassen. Ebenso riskant ist eine sehr kurze Zinsbindung angesichts der aktuellen Preisniveaus – wer langfristig plant, sollte mit dem Berater auch Sondertilgungsoptionen und Anschlussfinanzierung durchsprechen, statt sich ausschließlich auf den niedrigsten monatlichen Rate zu konzentrieren. Prüfen Sie außerdem, ob öffentliche Förderprogramme für energetische Sanierung oder den Ersterwerb infrage kommen – die Konditionen ändern sich regelmäßig, weshalb ein aktueller Check bei der Bank oder einem unabhängigen Berater sinnvoll ist.

Haus in der Stadt oder im Umland kaufen?

Wer innerhalb der Stadtgrenzen ein Haus kaufen möchte, hat es mit einem sehr kleinen Angebot zu tun: freistehende Häuser sind rar, häufig handelt es sich um ältere Doppelhaushälften, Reihenhäuser oder Grundstücke, auf denen ein Neubau erst noch entstehen soll. Wer stattdessen ein Haus bei München kaufen will, findet im Umland deutlich mehr Auswahl – mehr Grundstücksfläche, Gärten und Neubaugebiete, dafür mit längeren Pendelwegen.

Bei der Entscheidung für eine Umlandgemeinde lohnt sich ein genauer Blick auf mehrere Kriterien:

  • Tatsächliche Pendelzeit zur Stoßzeit per S-Bahn, Regionalbahn oder Auto – nicht die Fahrzeit laut Routenplaner am Wochenende.
  • Bebauungsplan und Baurecht – manche Grundstücke unterliegen Einschränkungen bei Geschosszahl, Grundflächenzahl oder Denkmalschutz, die eine geplante Erweiterung verhindern können.
  • Erschließungszustand – Straße, Kanal, Breitbandanschluss; nicht jede Gemeinde im Umland ist gleich gut angebunden.
  • Verhältnis von Grundstücksgröße zu Wohnfläche – ein großes Grundstück bedeutet auch mehr Pflege- und Erschließungsaufwand.

Wer ein Haus kaufen bei München plant, ohne selbst regelmäßig in die Stadt zu müssen, kann von den günstigeren Preisen und mehr Platz profitieren, ohne die Nachteile des Pendelns zu spüren. Der häufigste Fehler in dieser Phase ist, sich allein vom niedrigeren Quadratmeterpreis leiten zu lassen und die tatsächliche Anbindung, die Infrastruktur vor Ort sowie mögliche Einschränkungen im Bebauungsplan erst nach der Zusage zu prüfen – dann ist es für eine Korrektur meist zu spät.

Haus oder Wohnung: Wann ist die Alternative sinnvoll?

Nicht jedes Budget reicht für ein freistehendes Haus, besonders wenn der Wohnort München selbst feststehen soll. In diesem Fall ist es sinnvoll, parallel auch eine Eigentumswohnung in München zu prüfen – innerhalb der Stadt ist das Angebot an Wohnungen deutlich größer und der Einstiegspreis oft niedriger als bei einem Haus vergleichbarer Lage.

Der zentrale Unterschied liegt in der Eigentumsform: Bei einer Wohnung erwerben Sie Sondereigentum an den eigenen Räumen und Miteigentumsanteile am Gemeinschaftseigentum, verwaltet über die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Wer Wohnung in München kaufen möchte, sollte deshalb zusätzlich folgende Punkte prüfen:

  • Die Teilungserklärung und aktuelle WEG-Beschlüsse, insbesondere zu geplanten Sanierungen
  • Die Höhe der Instandhaltungsrücklage und ob sie für absehbare Großreparaturen ausreicht
  • Das monatliche Hausgeld und welche Kostenpositionen darin enthalten sind
  • Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen auf Hinweise zu Streitpunkten in der Gemeinschaft

Als Faustregel gilt: Wer vor allem zentrale Lage, kurze Wege und geringeren Pflegeaufwand sucht, ist mit dem Kauf einer Wohnung in München oft besser bedient als mit einem Haus in weiter Entfernung. Wer dagegen Wert auf Garten, Stellplatz und Unabhängigkeit von einer Eigentümergemeinschaft legt, sollte den Blick auf das Umland richten und dort gezielt nach einem Haus suchen. Beide Wege sind legitim – entscheidend ist, die eigenen Prioritäten vor der Besichtigungsphase klar zu benennen, statt sich erst während der Suche umzuentscheiden.

Vom Besichtigungstermin bis zum Notarvertrag: der Ablauf

Sobald Finanzierung und Suchkriterien stehen, folgt der eigentliche Kaufprozess. Er läuft in der Regel in dieser Reihenfolge ab:

  1. Erstbesichtigung anhand von Exposé, Grundriss und Energieausweis – hier fallen offensichtliche Mängel und die grundsätzliche Eignung des Objekts auf.
  2. Zweitbesichtigung mit Fachmann, etwa einem Bausachverständigen, der Dach, Heizung, Feuchtigkeit und Bausubstanz genauer prüft – besonders wichtig bei älteren Häusern im Umland.
  3. Prüfung von Grundbuchauszug und Altlastenauskunft, um Belastungen, Wegerechte oder Bodenrisiken frühzeitig zu erkennen.
  4. Kaufangebot oder Reservierung, häufig verbunden mit einer Reservierungsgebühr, deren Rückzahlungsbedingungen klar vertraglich geregelt sein sollten.
  5. Kaufvertragsentwurf durch den Notar, der beiden Parteien üblicherweise mit einer gewissen Frist vor dem Beurkundungstermin zugestellt wird – diese Zeit sollte für eine sorgfältige Prüfung, notfalls mit einem Anwalt, tatsächlich genutzt werden.
  6. Beurkundungstermin beim Notar, bei dem der Vertrag vorgelesen und von beiden Seiten unterschrieben wird.
  7. Fälligkeitsmitteilung und Kaufpreiszahlung, sobald die im Vertrag genannten Voraussetzungen erfüllt sind, etwa die Eintragung einer Auflassungsvormerkung.
  8. Übergabe und Grundbucheintragung als endgültiger Abschluss des Eigentumswechsels.

Die häufigsten Fehler passieren in den mittleren Schritten: Interessenten verzichten aus Zeitdruck auf eine unabhängige Bausubstanzprüfung, unterschreiben den Vertragsentwurf ohne ihn vollständig gelesen zu haben, oder klären den genauen Übergabetermin und die Aufteilung laufender Nebenkosten – etwa Grundsteuer oder Versicherungen – nicht eindeutig im Vertrag. Solche Lücken lassen sich vor der Beurkundung leicht schließen, nach der Unterschrift kaum noch.

Fazit

Ein Haus in München zu kaufen gelingt am ehesten mit klarer Reihenfolge: zuerst das Budget inklusive Nebenkosten realistisch ansetzen, dann die Finanzierung absichern, anschließend zwischen Stadt, Umland oder einer Eigentumswohnung entscheiden und erst danach in die konkrete Besichtigungs- und Vertragsphase gehen. Wer diese Schritte einhält und bei Bausubstanz, Grundbuch und Vertragsentwurf genau hinschaut, vermeidet die teuersten Fehler im Prozess. Für die tagesaktuellen Steuersätze, Zinskonditionen und rechtlichen Details empfiehlt sich in jedem Fall die Rücksprache mit einem Notar, Steuerberater oder unabhängigen Finanzierungsberater vor Ort.

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