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München Wohnung kaufen

Wer eine Wohnung in München kaufen will, muss Budget, Nebenkosten und Zeitplan genau kennen – dieser Guide zeigt Schritte, Kosten und typische Fallen.

Julia Hoffmann 6 Min. Lesezeit

München Wohnung kaufen

Wer eine Wohnung in München kaufen möchte, braucht vor allem einen klaren Ablauf: Finanzierungszusage einholen, passendes Objekt finden, Kaufvertrag prüfen, Notartermin vereinbaren und Übergabe organisieren. Während die allgemeine Marktlage in München an anderer Stelle ausführlich behandelt wird, geht es hier ausschließlich um den konkreten Weg vom Entschluss bis zum Grundbucheintrag – inklusive der Stellen, an denen Käufer regelmäßig Geld verlieren oder Zeit verschenken.

Ablauf: Schritt für Schritt zur Eigentumswohnung in München

Der Kaufprozess in München unterscheidet sich technisch nicht von anderen deutschen Großstädten, läuft wegen der hohen Nachfrage aber deutlich schneller ab. Wer beim Kauf einer Wohnung in München zögert, verliert das Objekt oft binnen Tagen an einen anderen Interessenten.

  • Finanzierungsbestätigung vorab: Eine unverbindliche Finanzierungszusage der Bank sollte vor der ersten Besichtigung vorliegen. Ohne sie werden Kaufinteressenten von Maklern in gefragten Lagen oft gar nicht erst zur Besichtigung eingeladen.
  • Objektsuche und Besichtigung: Grundbuchauszug, Teilungserklärung, Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen und die Instandhaltungsrücklage sollten vor einer verbindlichen Zusage eingesehen werden.
  • Reservierung: Manche Makler verlangen eine Reservierungsgebühr. Sie ist rechtlich nur begrenzt einforderbar – wer hier vorschnell unterschreibt, bindet sich oft ohne echten Gegenwert.
  • Kaufvertragsentwurf prüfen: Der Notar erstellt den Vertrag, ist aber neutral und berät keine Vertragspartei einseitig. Eine eigene rechtliche Prüfung vor der Beurkundung ist bei komplexeren Fällen sinnvoll.
  • Beurkundung und Zahlung: Nach dem Notartermin folgt die Zahlung meist erst, wenn eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen ist – das schützt vor Doppelverkäufen.
  • Übergabe und Ummeldung: Zähler ablesen, Schlüssel übergeben, Eigentümerwechsel bei Hausverwaltung und Versorgern melden.

Zwischen Reservierung und Notartermin vergehen in München üblicherweise wenige Wochen, zwischen Beurkundung und Eintrag ins Grundbuch dagegen oft mehrere Monate – das Amtsgericht München ist chronisch ausgelastet. Wer eine Anschlussfinanzierung oder einen Einzug fest plant, sollte diesen Zeitpuffer einkalkulieren.

Welche Kosten kommen beim Wohnungskauf in München wirklich dazu?

Der Kaufpreis ist nur die Basis. Wer eine Wohnung in München kauft, zahlt zusätzlich Kaufnebenkosten, die je nach Konstellation zwischen rund 9 und 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen können. Diese Positionen sollten vor der Angebotsabgabe fest im Budget stehen:

  • Grunderwerbsteuer: Der Satz wird von Bayern festgelegt und sollte vor der Kalkulation aktuell beim Finanzamt oder Notar geprüft werden, da sich Ländersätze ändern können.
  • Notar- und Grundbuchkosten: Zusammen üblicherweise rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises, unabhängig vom gewählten Notar gesetzlich geregelt.
  • Maklerprovision: Seit der gesetzlichen Neuregelung wird die Provision bei Verkauf an Privatpersonen in aller Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Wie hoch der eigene Anteil ausfällt, sollte vor der Besichtigung schriftlich geklärt sein.
  • Instandhaltungsrücklage und Sonderumlagen: Diese zählen nicht zu den Erwerbsnebenkosten, sind aber ein häufig übersehener Kostenblock direkt nach dem Einzug, etwa bei anstehenden Fassaden- oder Aufzugssanierungen.
  • Renovierungspuffer: Gerade Altbauwohnungen in München wirken auf Fotos oft besser gepflegt, als sie sind. Ein Puffer von mehreren Tausend Euro für Elektrik, Bäder oder Böden gehört in jede Kalkulation.

Ein häufiger Fehler: Käufer rechnen nur mit dem Kaufpreis plus Grunderwerbsteuer und lassen sich dann bei Notar- und Maklerkosten überraschen. Realistisch sollte für die Gesamtkosten immer der obere Rand der genannten Prozentspannen angesetzt werden.

Finanzierung und Eigenkapital: Was Banken in München verlangen

Wegen der hohen Kaufpreise verlangen Banken beim Immobilienkauf in München in der Praxis oft mehr Eigenkapital als in anderen Regionen – nicht zwingend prozentual, aber absolut betrachtet ein deutlich größerer Betrag. Als grobe Richtgröße gilt: Die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital gedeckt werden, da Banken diese meist nicht mitfinanzieren.

  • Beleihungswert vs. Kaufpreis: Banken bewerten Wohnungen häufig konservativer als der aktuelle Marktpreis, besonders bei sehr kleinen Wohnungen oder Objekten mit hohem Sanierungsbedarf. Die Differenz muss aus Eigenmitteln kommen.
  • Tilgungssatz: Bei den in München üblichen Kaufpreisen führt eine zu niedrige Anfangstilgung schnell zu Laufzeiten von 30 Jahren oder mehr. Ein bewusst gewählter Tilgungssatz spart über die Jahre erhebliche Zinssumme.
  • Zinsbindung: Angesichts schwankender Zinsphasen lohnt ein Vergleich mehrerer Bindungsdauern, statt sich auf das erste Angebot der Hausbank zu verlassen.
  • Vermietete versus selbstgenutzte Wohnung: Wer als Kapitalanleger kauft, sollte die Finanzierung getrennt von einer möglichen Eigennutzung durchrechnen – die Konditionen und steuerliche Behandlung unterscheiden sich deutlich.

Ein typischer Stolperstein: Interessenten lassen sich vom niedrigen monatlichen Rechenbeispiel eines Maklers blenden, ohne die tatsächliche Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung durchzurechnen. Ein unabhängiger Finanzierungsberater oder Bankvergleich vor der Unterschrift verhindert diese Fehlkalkulation.

Haus statt Wohnung – lohnt sich der Blick ins Umland?

Wer statt einer Eigentumswohnung ein Haus bei München kaufen möchte, findet im Umland oft deutlich mehr Fläche für vergleichbares Budget. Wer ein Haus kaufen bei München plant, sollte allerdings die Pendelzeit ins Zentrum realistisch einplanen, bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird – die MVV-Anbindung ist von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich.

  • Preisgefälle nach Himmelsrichtung: Der Speckgürtel im Süden und Südwesten ist meist teurer als Gemeinden im Norden oder Osten, oft unabhängig von der reinen Fahrzeit.
  • Erschließung und Grundstück: Beim Hauskauf im Umland lohnt eine genaue Prüfung von Erschließungskosten, Altlasten und eventuellen Bebauungsplänen – Punkte, die bei einer Eigentumswohnung in der Stadt selten relevant sind.
  • Instandhaltung in Eigenverantwortung: Anders als bei der Eigentümergemeinschaft einer Wohnung trägt der Hauseigentümer Dach, Heizung und Fassade allein. Ein Bausachverständiger vor dem Kauf ist bei älteren Häusern fast immer sein Geld wert.
  • Wertentwicklung: Nicht jede Umland-Lage entwickelt sich gleich – Anbindung an S-Bahn oder U-Bahn, örtliche Infrastruktur und geplante Neubaugebiete beeinflussen die spätere Wiederverkaufbarkeit deutlich stärker als in der Kernstadt.

Wer zwischen einer Wohnung in München und einem Haus im Umland schwankt, sollte die Gesamtkosten inklusive Pendelzeit, Zweitwagen und späterer Sanierungen gegenrechnen – der reine Quadratmeterpreis erzählt selten die ganze Geschichte.

Typische Fehler beim Wohnungskauf in München vermeiden

Neben den bereits genannten Kosten- und Zeitfallen gibt es einige wiederkehrende Fehler, die sich mit wenig Aufwand vermeiden lassen.

  • Teilungserklärung ignorieren: Sondernutzungsrechte, Stimmrechte in der Eigentümerversammlung und Kostenverteilungsschlüssel stehen dort – nicht im Exposé.
  • Energieausweis nicht hinterfragen: Ein schlechter Wert bedeutet nicht automatisch hohe Heizkosten, aber er sollte in die Verhandlung einfließen, besonders bei Altbauten ohne Sanierung.
  • Fehlende Rücklagenprüfung: Eine zu niedrige Instandhaltungsrücklage bei einem alten Gebäude ist ein Warnsignal für anstehende Sonderumlagen in fünfstelliger Höhe.
  • Vorschnelle mündliche Zusagen: Rechtlich bindend wird ein Immobilienkauf erst mit notarieller Beurkundung. Mündliche Zusagen oder Handgeld-Absprachen schaffen keine Sicherheit und sollten nicht als Kaufgarantie missverstanden werden.
  • Steuerliche Aspekte übersehen: Wer eine Wohnung kaufen und später wieder verkaufen möchte, sollte die Spekulationsfrist im Blick haben – bei Selbstnutzung gelten andere Regeln als bei einer vermieteten Wohnung.

Bei jedem dieser Punkte gilt: Eine kurze Rücksprache mit einem Fachanwalt für Immobilienrecht oder einem unabhängigen Sachverständigen kostet einen Bruchteil dessen, was ein übersehenes Risiko später an Sanierungskosten oder Rechtsstreit verursachen kann.

Fazit

Der Kauf einer Eigentumswohnung in München gelingt am zuverlässigsten mit einer festen Finanzierungszusage vor der Besichtigung, einer realistischen Kalkulation aller Nebenkosten und einer gründlichen Prüfung von Teilungserklärung und Rücklagen vor der Unterschrift. Wer stattdessen ein Haus im Umland in Betracht zieht, sollte Pendelzeit, Erschließung und Instandhaltung ebenso ernst nehmen wie den Kaufpreis selbst. Für die konkrete Vertragsprüfung, die Finanzierungsstruktur und alle steuerlichen Fragen des Einzelfalls bleibt der Rat eines Notars, Fachanwalts oder unabhängigen Finanzierungsberaters unverzichtbar.

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