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Haus kaufen auf Immobilienscout: Ratgeber

Wer über Immobilienscout Haus kaufen will, findet hier die Schritte zu Suchprofil, Finanzierung, Besichtigung, Kaufvertrag und Notarkosten.

Markus Bergmann 6 Min. Lesezeit

Haus kaufen auf Immobilienscout: Ratgeber

Wer über Immobilienscout Haus kaufen möchte, sollte die Suche nicht dem Zufall überlassen, sondern in einer festen Reihenfolge vorgehen: Suchprofil schärfen, Finanzierung belegen, Besichtigung organisieren, Angebot abgeben und erst dann zum Notar. Die Plattform selbst liefert dafür Filter, Merklisten und Kontaktfunktionen – wie das Portal als Ganzes funktioniert, ist an anderer Stelle im Ratgeber beschrieben. Hier geht es ausschließlich um die konkreten Schritte, Kosten und Fehler beim Hauskauf über Immoscout24.

Suchprofil und Alarm: So findet man passende Häuser schneller

Beim Immoscout24 Haus kaufen entscheidet die Qualität des Suchprofils darüber, ob man interessante Objekte überhaupt rechtzeitig sieht. Wer nur grob nach Stadt und Preis filtert, bekommt hunderte Treffer und übersieht die wirklich passenden Angebote zwischen Dutzenden uninteressanten Anzeigen.

  • Radius und Mikrolage: Statt einer ganzen Stadt lieber mehrere kleine Suchradien um konkrete Stadtteile anlegen – das liefert präzisere Ergebnisse als eine große, unscharfe Fläche.
  • Preis- und Flächenfilter realistisch setzen: Eine zu enge Preisobergrenze blendet Objekte aus, die nach Verhandlung im Budget liegen; ein zu weiter Rahmen kostet Zeit bei der Sichtung.
  • Baujahr und Energieausweis: Wer Sanierungsaufwand vermeiden will, filtert nach Baujahr und Energieeffizienzklasse, statt das erst bei der Besichtigung zu klären.
  • Suchauftrag mit Alarmfunktion: Ein gespeicherter Suchauftrag mit sofortiger Benachrichtigung ist bei gefragten Lagen oft entscheidend, weil begehrte Häuser teils innerhalb von Stunden mehrere Anfragen bekommen.

Ein häufiger Fehler ist, sich beim Haus kaufen bei Immobilienscout24 ausschließlich auf die Fotos zu verlassen. Exposés werden professionell inszeniert; Grundriss, Lagebeschreibung und Energieausweis verraten oft mehr über den tatsächlichen Zustand als das Bildmaterial. Wer zusätzlich die Preisentwicklung vergleichbarer Objekte in der Region im Blick behält, erkennt schneller, ob ein Angebot fair kalkuliert ist oder deutlich über dem Marktniveau liegt.

Finanzierungsnachweis und Budget vor der ersten Anfrage klären

Bevor überhaupt eine Anfrage über die Plattform verschickt wird, sollte das Budget stehen. Verkäufer und Makler fragen bei ernsthaftem Interesse fast immer nach einer Finanzierungsbestätigung, und wer diese nicht vorlegen kann, verliert bei gefragten Objekten schnell den Anschluss an andere Interessenten.

  • Eigenkapitalquote: Üblich ist eine Eigenkapitalquote, die neben einem Teil des Kaufpreises auch die Kaufnebenkosten abdeckt – Banken verlangen dafür meist einen aktuellen Kontoauszug oder Depotnachweis.
  • Vorab-Finanzierungszusage: Eine unverbindliche Zusage der Bank oder eines Kreditvermittlers beschleunigt den Prozess erheblich und signalisiert dem Verkäufer, dass die Anfrage ernst gemeint ist.
  • Kaufnebenkosten einplanen: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision kommen zusätzlich zum Kaufpreis hinzu; die Sätze unterscheiden sich je Bundesland, weshalb die aktuellen Werte vor der Finanzierungsanfrage bei der Bank oder einem Notar geprüft werden sollten.

Ein typischer Stolperstein: Interessenten kalkulieren nur den Kaufpreis und übersehen, dass Nebenkosten je nach Region einen zweistelligen Prozentsatz zusätzlich ausmachen können. Wer erst nach der Zusage eines Angebots merkt, dass die Liquidität für Notar und Steuer fehlt, riskiert den Rückzug aus dem Geschäft – und im schlimmsten Fall eine Reservierungsgebühr oder Vertrauensverlust beim Verkäufer.

Besichtigung vereinbaren und Objektunterlagen prüfen

Nach der ersten Kontaktaufnahme über das Portal folgt die Besichtigung. Hier zeigt sich häufig der Unterschied zwischen einem professionell vorbereiteten Exposé und der Realität vor Ort.

  • Unterlagen vorab anfordern: Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne, Protokolle der letzten Eigentümerversammlung bei Eigentumswohnungen im Haus, sowie Nachweise zu Sanierungen sollten möglichst vor dem Termin vorliegen, nicht erst danach.
  • Zweite Besichtigung einplanen: Ein erster Termin dient der groben Einschätzung, ein zweiter – idealerweise mit Sachverständigem oder erfahrener Begleitung – der genauen Prüfung von Bausubstanz, Feuchtigkeit und technischer Ausstattung.
  • Nachbarschaft und Umgebung einbeziehen: Lärmquellen, Verkehrsanbindung und geplante Bauprojekte in der Umgebung lassen sich am besten bei einem Besuch außerhalb des offiziellen Termins beurteilen.

Ein wiederkehrender Fehler ist Zeitdruck: Wer sich vom Verkäufer oder Makler zu einer schnellen Entscheidung drängen lässt, übersieht leichter Mängel oder unterschätzt den Sanierungsbedarf. Seriöse Anbieter räumen ausreichend Zeit für Rückfragen ein; wird das verweigert, ist das ein Warnsignal, das eine genauere Prüfung des gesamten Angebots rechtfertigt.

Vom Kaufangebot zum Notarvertrag: Ablauf und Kosten

Ist die Entscheidung für ein Objekt gefallen, folgt die formale Phase, die über die Plattform selbst nicht mehr abgebildet wird, aber direkt aus dem dort geführten Erstkontakt entsteht.

  1. Mündliches oder schriftliches Kaufangebot: Das Angebot ist rechtlich meist nicht bindend, sollte aber realistisch kalkuliert sein, um spätere Nachverhandlungen zu vermeiden.
  2. Reservierungsvereinbarung (optional): Manche Makler verlangen eine Reservierungsgebühr; ob diese rechtlich zulässig und rückzahlbar ist, sollte vorab mit einem Anwalt oder Verbraucherberater geklärt werden.
  3. Notartermin vereinbaren: Der Kaufvertrag wird von einem Notar entworfen und beiden Parteien vorab zur Prüfung zugesandt – Fristen für Rückfragen sollten unbedingt genutzt werden.
  4. Beurkundung und Kaufpreiszahlung: Nach der notariellen Beurkundung folgt in der Regel eine Zahlungsfrist, häufig gekoppelt an die Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch.
  5. Grundbucheintragung und Übergabe: Erst nach vollständiger Zahlung und Eintragung als neuer Eigentümer erfolgt die Schlüsselübergabe.

Zu den Kosten in dieser Phase gehören Notargebühren, Grundbuchkosten und die Grunderwerbsteuer, deren Höhe je Bundesland variiert und vor Vertragsunterschrift verbindlich beim zuständigen Notar oder Finanzamt erfragt werden sollte. Bei Objekten mit Makler ist zudem zu klären, wie die Provision zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt wird – die Regelungen dazu haben sich in den vergangenen Jahren verändert und sollten für den konkreten Fall aktuell geprüft werden. Ein häufiger Fehler ist, den Vertragsentwurf erst am Notartermin selbst zu lesen; wer Änderungswünsche hat, sollte diese Tage vorher schriftlich einreichen.

Unterschied zur Wohnungssuche auf derselben Plattform

Wer parallel zur Kaufsuche auch Immoscout24 Wohnung mieten nutzt – etwa als Übergangslösung während der Kaufabwicklung – merkt schnell, dass sich Ablauf und Anforderungen deutlich unterscheiden. Bei der Wohnung mieten Immoscout-Suche stehen Bonitätsauskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und ein ausgefülltes Mieterprofil im Vordergrund, während beim Hauskauf Finanzierungsnachweis, Grundbuchauszug und notarielle Beurkundung entscheidend sind.

  • Zeitrahmen: Eine Mietwohnung lässt sich oft innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen fixieren, ein Hauskauf zieht sich inklusive Finanzierung und Notartermin meist über mehrere Monate.
  • Finanzielle Bindung: Miete bedeutet eine laufende, kündbare Verpflichtung; ein Kauf ist eine langfristige Vermögensentscheidung mit entsprechend höherem Prüfaufwand vor Vertragsschluss.
  • Dokumente: Für die Miete reichen in der Regel Gehaltsnachweise und Bonitätsauskunft, für den Kauf sind Finanzierungszusage, Eigenkapitalnachweis und später der komplette notarielle Prozess nötig.

Wer beide Wege parallel verfolgt, sollte klar trennen, welches Suchprofil für welchen Zweck läuft – eine vermischte Suche nach Miet- und Kaufobjekten in derselben Merkliste führt schnell zu Verwechslungen bei Terminen und Unterlagen.

Fazit

Ein erfolgreicher Hauskauf über die Plattform folgt einer klaren Reihenfolge: präzises Suchprofil, belastbare Finanzierungszusage, gründliche Besichtigung mit vollständigen Unterlagen und ein Notarvertrag, der vor der Unterschrift in Ruhe geprüft wurde. Wer diese Schritte in der genannten Reihenfolge abarbeitet und Fristen sowie Nebenkosten realistisch einplant, vermeidet die häufigsten Fehler – von unterschätzten Kaufnebenkosten bis zu überstürzten Entscheidungen unter Zeitdruck. Für die rechtliche und steuerliche Prüfung der eigenen Situation bleibt der Rat eines Notars, Anwalts oder unabhängigen Finanzierungsberaters unverzichtbar.

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