immanto.de

Immobilien kaufen

Wohnung kaufen bei Immoscout24: Tipps

Wer über Immoscout24 eine Wohnung kaufen will, braucht Suchprofil, Exposé-Check und Finanzierungsnachweis – so läuft der Ablauf richtig.

Sabine Neumann 6 Min. Lesezeit

Wohnung kaufen bei Immoscout24: Tipps

Wer bei Immoscout24 eine Wohnung kaufen möchte, sollte den Prozess in einer festen Reihenfolge angehen: erst ein präzises Suchprofil einrichten, dann Exposés kritisch prüfen, anschließend die Finanzierung nachweisen und erst danach ein Kaufangebot abgeben. Die allgemeinen Grundlagen zur Plattform selbst behandelt der Ratgeber zu Immoscout24 – hier geht es konkret darum, wie ein Wohnungskauf über das Portal Schritt für Schritt gelingt und wo typische Stolperfallen liegen.

Suchprofil einrichten und Angebote richtig filtern

Der erste Schritt ist ein Suchprofil mit realistischen Eckdaten: Preisrahmen, Wohnfläche, Zimmerzahl, Lage und Baujahr. Wer den Radius zu eng fasst, verpasst passende Objekte in Nachbarvierteln; wer ihn zu weit fasst, verliert sich in irrelevanten Treffern. Ein gutes Profil filtert außerdem nach Objektart, damit keine Angebote für immoscout24 wohnung mieten in die Trefferliste rutschen – Kauf- und Mietangebote laufen auf der Plattform in getrennten Kategorien, werden aber gern verwechselt, wenn Suchagenten falsch eingestellt sind.

Sinnvoll ist außerdem eine Benachrichtigung per E-Mail oder App-Push, sobald ein neues Objekt im Suchprofil auftaucht. Gefragte Wohnungen in beliebten Lagen sind oft innerhalb von Stunden reserviert, nicht erst nach Tagen. Wer erst am Wochenende in Ruhe stöbert, hat bei begehrten Objekten häufig schon verloren.

  • Preisobergrenze mit etwas Puffer nach oben ansetzen, da Angebotspreise oft Verhandlungsspielraum enthalten oder Nebenkosten separat ausgewiesen werden.
  • Merkliste nutzen, um Favoriten zu vergleichen, statt sich einzelne Exposés in Tabs offen zu lassen.
  • Filter für Baujahr und energetischen Zustand setzen, wenn Sanierungskosten das Budget sprengen könnten.

Wer parallel auch ein Haus in Betracht zieht, sollte das Suchprofil für Immoscout24 Haus kaufen getrennt anlegen. Häuser und Wohnungen unterscheiden sich in den Filterkriterien – etwa Grundstücksgröße oder Erbpacht –, sodass ein gemeinsames Profil selten sinnvolle Treffer liefert.

Exposé prüfen: Welche Angaben sind Pflicht, welche fehlen oft?

Ein seriöses Exposé nennt Wohnfläche, Baujahr, Energieausweis, Hausgeld beziehungsweise Nebenkosten und – bei Eigentumswohnungen – die Höhe der Instandhaltungsrücklage. Fehlt der Energieausweis oder wird er erst auf Nachfrage nachgereicht, ist das kein gutes Zeichen für die Seriosität des Anbieters. Gleiches gilt, wenn Angaben zum Sondereigentum, zu Sondernutzungsrechten oder zur Teilungserklärung völlig fehlen.

Häufige Fehler beim Lesen von Exposés:

  • Die Wohnfläche wird ohne Berücksichtigung von Balkon- oder Terrassenflächen angegeben, die oft nur anteilig zählen – das verzerrt den Quadratmeterpreis.
  • Der Kaufpreis wirkt günstig, weil eine anstehende Sanierung (Dach, Fassade, Heizung) im Text nicht erwähnt wird, aber in der letzten Eigentümerversammlung bereits beschlossen wurde.
  • Fotos zeigen ein leeres, frisch gestyltes Zimmer, während die tatsächliche Raumaufteilung durch schräge Wände oder Dachschrägen stark einschränkt ist.

Vor der ersten Besichtigung lohnt es sich, per Nachricht auf der Plattform konkrete Fragen zu stellen: Wie hoch ist die monatliche Instandhaltungsrücklage? Gibt es offene Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft? Wie alt ist die Heizungsanlage? Anbieter, die auf solche Fragen ausweichend oder gar nicht antworten, sollten mit Vorsicht behandelt werden – das gilt für Privatverkäufer genauso wie für Makler.

Besichtigung, Finanzierungsnachweis und Kaufangebot

Bei der Besichtigung zählt mehr als der erste Eindruck. Wer ernsthaft kaufen will, sollte auf Feuchtigkeitsspuren an Wänden und Decken achten, Fenster und Türen auf Dichtigkeit prüfen und nach dem letzten Protokoll der Eigentümerversammlung fragen. Eine zweite Besichtigung zu anderer Tageszeit deckt oft Lärmquellen oder Lichtverhältnisse auf, die beim ersten Termin unbemerkt blieben.

Bevor ein Kaufangebot über die Plattform oder direkt beim Anbieter abgegeben wird, braucht es einen belastbaren Finanzierungsnachweis. Viele Verkäufer und Makler verlangen inzwischen eine Bonitätsbestätigung der Bank, bevor sie überhaupt einen Notartermin ansetzen. Ohne diesen Nachweis wird ein Angebot in gefragten Lagen häufig gar nicht ernst genommen, weil parallel andere Interessenten mit fertiger Finanzierung bereitstehen.

  • Finanzierungszusage oder zumindest eine Vorab-Bestätigung der Bank einholen, bevor Angebote abgegeben werden.
  • Eigenkapitalquote realistisch einschätzen – ohne Eigenkapital wird die Finanzierung schwieriger und teurer.
  • Kaufnebenkosten von vornherein einplanen, da sie nicht über den üblichen Kreditrahmen mitfinanziert werden.

Ein häufiger Fehler ist, das mündliche Verhandlungsergebnis mit dem Verkäufer als bindend zu betrachten. Rechtlich verbindlich wird ein Immobilienkauf in Deutschland erst mit der notariellen Beurkundung – vorher kann jede Seite noch zurücktreten, auch wenn bereits eine Reservierungsvereinbarung unterschrieben wurde.

Notartermin, Kaufnebenkosten und Übergabe

Sobald sich beide Seiten einig sind, entwirft der Notar den Kaufvertrag. Wichtig ist, den Entwurf mindestens zwei Wochen vor dem Termin zu erhalten und in Ruhe zu prüfen – Fragen zu Grundschulden, Wegerechten oder Sondernutzungsrechten sollten vorab geklärt sein, nicht erst am Beurkundungstag. Der Notar ist dabei neutral und vertritt keine der Parteien einseitig.

Zu den Kaufnebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen, gehören in der Regel:

  • Grunderwerbsteuer, deren Satz je Bundesland unterschiedlich ausfällt und beim zuständigen Finanzamt beziehungsweise über eine aktuelle Übersicht geprüft werden sollte.
  • Notar- und Grundbuchkosten für Beurkundung und Eintragung.
  • Maklerprovision, sofern ein Makler vermittelt hat – die genaue Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer ist gesetzlich geregelt, im Detail aber verhandelbar.

Nach der Beurkundung dauert es meist einige Wochen, bis die Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen ist und der Kaufpreis fällig wird. Die Übergabe der Wohnung sollte erst nach vollständiger Zahlung erfolgen, mit einem Übergabeprotokoll, das Zählerstände, übergebene Schlüssel und eventuelle Mängel dokumentiert. Wer hier auf mündliche Zusagen vertraut, hat im Streitfall keine Beweise.

Was unterscheidet den Ablauf bei Haus, Wohnung und Miete auf Immoscout24?

Wer statt einer Eigentumswohnung ein Haus sucht, findet auf der Plattform ähnliche Abläufe, aber andere Prüfpunkte. Beim Immobilienscout24 Haus kaufen stehen Grundstücksgröße, Erschließungszustand, Grenzverläufe und – bei Erbpacht – die Laufzeit des Erbbaurechts im Vordergrund, während bei einer Eigentumswohnung Hausgeld, Rücklage und Teilungserklärung entscheidend sind. Wer beim Haus kaufen bei Immobilienscout24 ein älteres Gebäude ins Auge fasst, sollte zusätzlich ein Bausachverständigengutachten einplanen, da die Plattform selbst keine bautechnische Prüfung leistet.

Wer sich noch nicht sicher ist, ob Kauf oder Miete die passende Option ist, kann parallel ein zweites Suchprofil für Wohnung mieten Immoscout anlegen. Das hilft, Preisniveaus in einer Lage realistisch einzuschätzen: Liegt die Kaltmiete für vergleichbare Objekte sehr niedrig im Verhältnis zum Kaufpreis, lohnt sich ein genauer Blick auf die Amortisationszeit, bevor man sich für den Kauf entscheidet. Ein Vergleich beider Marktsegmente ersetzt keine individuelle Finanzberatung, gibt aber eine erste Orientierung, ob der aktuelle Kaufpreis in der jeweiligen Region angemessen erscheint.

Unabhängig davon, ob Haus oder Wohnung: Die Reihenfolge aus Suchprofil, Exposé-Prüfung, Finanzierungsnachweis und Notartermin bleibt gleich. Unterschiede liegen im Detail der Prüfpflichten, nicht im grundsätzlichen Ablauf über die Plattform.

Fazit

Ein erfolgreicher Wohnungskauf über Immoscout24 folgt einer klaren Reihenfolge: zuerst ein treffsicheres Suchprofil, dann eine kritische Exposé-Prüfung, anschließend ein belastbarer Finanzierungsnachweis vor dem Angebot und schließlich ein sorgfältig geprüfter Notarvertrag samt Übergabeprotokoll. Wer diese Schritte in der richtigen Reihenfolge und mit ausreichend Zeit für Prüfung und Beratung angeht, vermeidet die häufigsten Fehler – von übersehenen Sanierungsbeschlüssen bis zu unklaren Kaufnebenkosten. Für die rechtliche und finanzielle Absicherung des konkreten Kaufs bleibt der Rat eines Notars, einer Bank und gegebenenfalls eines unabhängigen Gutachters unverzichtbar.

Zurück zu Immobilien kaufen